Einmal zum Eisladen an diesem schönen Frühlingstag. In Gedanken über das, was nun anders ist..in Erinnerungen, was nun fehlen wird.

Einmal zum Eisladen an diesem schönen Frühlingstag. In Gedanken über das, was nun anders ist..in Erinnerungen, was nun fehlen wird.

Ich sehe mich immernoch in der Kneipe sitzen, mit meinem Freund als er mir sagte, das er Krebs hat. Es sind keine 18 Monate her und es wirkt wie gestern. Bis zum Schluss ging es ihm gut, dem Umständen wie zum trotz, aktiv und selbstbestimmt. Erst vor drei Tagen hieß es , er muss ins Krankenhaus, es geht ihm nicht gut. Ab da gib es schneller in der Ferne bergab ,als ich das verarbeiten kann. Der Abwärtstrend überschlug sich so, das es dann doch unerwartet kam, das er den Kampf verlor. Ich und alle um mich herum stehen gerade jeder neben sich und keiner kann es fassen, obwohl wir alle wussten das es so enden wird. Mir fällt es schwer Gedanken zu fassen. Die Welt dreht sich weiter, aber es ist eine andere geworden.
Es geht zurück und wäre ich gesundheitlich komplett hergestellt , hätte ich es wohl auch noch länger auf Sylt aushalten können. Aber so war es eine willkommene Abwechslung zum langen und eintönigen Genesungsalltag in den heimischen vier Wänden. An diesem Sonntag in aller Frühe los, und es liegt eine scheinbar entspannte und staufreie Fahrt vor uns.

Eine Woche auf Sylt geht zu Ende und ich denke ich konnte die Zeit hier , entsprechend meiner Situation, gut nutzen. Ein bisschen. Urlaub, ein bisschen Reha..immerhin hat mich diese Umgebung auf viele Spaziergänge gelockt, was zu Hause in den Umfang wohl nicht möglich gewesen wäre. Trotz Einschränkungen, eine Woche die gut tat, mich etwas aus der Monotonie einer heimischen Genesung rausgeholt hat…Morgen um diese Zeit , bin ich wieder zu Hause, aber definitiv etwas erholter und gesünder als ich hier angekommen bin.








Spaziergang durch die Natur..






Klein, aber ausreichend unsere kleine Ferienwohnung. Diese Woche auf Sylt wird für immer als Mischung zwischen Urlaub und Kur in Erinnerung bleiben. Das Beste was mir in meiner Genesungsphase passieren konnte, um wieder so langsam auf die Beine zu kommen , aber dennoch mit vielen Einschränkungen um es komplett als Urlaub genießen zu können.



Wenn man schon mal an der Nordsee ist, gibt’s natürlich auch öfters mal Fisch. Dabei hat es uns ausgerechnet Gosch hier angetan. Für Systemgastronomie schmeckt es wirklich gut und geht schnell.




Einmal hier gewesen sein , um festzustellen , das es sich um eine ganz unscheinbares Strandrestaurant handelt. Immerhin gut gefüllt.



Doch noch was Gutes in Kampen gefunden..die Kupferkanne mit ihrem leckeren Kuchen..


Heute ging’s mal nach Kampen. Hatte hier irgendwie mehr erwartet, als ein paar verlorene Häuser mit überteuerten und hässlichen Klamotten. Aber die erhöhten Strandkörbe , die einen schönen Blick auf die Nordsee erlauben haben es wieder rausgerissen.







Auf meinen Wunsch hin gibt’s heute Jägerschnitzel ..da hatte ich irgendwie spontan Appetit drauf.

..Abendspaziergang durch Westerland…Bewegung an der frischen Luft soll ja gut drin, für meine Genesung…








Wieder hier in List..Fischbrötchen bei Gosch…Gedanken in 2009, als ich hier das erste Mal die Insel betrat.






Ausflug zum windigsten Punkt der Insel. Hier mit dem Blick auf die Südküste der Insel Römö sind die Gedanken wieder 17 Jahre zurück, als wir dort unseren Sommerurlaub verbrachten.







Nach den zwei Tagen voller Belastung hier auf Sylt, gönne ich mir und meiner operierten Schulter heute mal einen Ruhetag. Und schnell ließ das morgendliche ziehen nach , was mich bestätigt…heute richtige Entscheidung getroffen .
Klein und eher Regional der Bahnhof von Westerland. Alles wirkt noch wie im Winterschlaf ..



Kleine Spazierrunde durch Westerland am späten Nachmittag.






Ausflug heute Vormittag zum Südkap. Hörnum im nebligen Winterschlaf.










Nach 17 Jahren mal wieder auf Sylt..ja so lange ist es schon wieder her. Man denkt sich öfters im Leben, nett hier, komme ich bestimmt bald noch mal wieder…und auf einmal sind 17 Jahre vergangen.








Angekommen in Westerland und erstmal das Haus bezogen. Um 7 Uhr los und um 14:30 Uhr schon im Haus. Obwohl ich nur Auto-Beifahrer war, sehnt sich mein Körper nun dennoch nach einem kleinen Mittagsschlaf .

Schon komisch ..in einem Auto zu sitzen und trotzdem von einem Zug chauffiert zu werden…


Am Tor vor Sylt, warten wir nun auf einen Zug, der uns mit Auto auf die Insel bringen soll. In nur 5:30 Stunden sind wir schon bis hier her gekommen .

Nun wird es kein reiner Urlaub sondern ein Teil meines Genesungsprozesses sein..eine Woche raus..eine Woche Sylt.

Zwei gute Nächte und dann wieder eine mit wenig Schlaf. Wenn man nur in einer Position schlafen darf, aber so kaum noch einschlafen kann. Die Ruhe bringt den Schmerz. Nervenaufreibende Nächte , der Bewegungseinschränlung. Liegen geht nicht, nicht liegen geht auch nicht, einfach zu müde und trotzdem schmerzt es , einfach nur ruhig dazuliegen. Es wird ein ganz neues Leben sein, endlich so zu ruhen, wie es gefällt. Noch zwei Wochen….
Zufällig an der Eisdiele festgestellt, das Frühling offiziell angekommen ist und spontan mir das erste Eis der Saison gegōnnt.

Tanken ist quasi über Nacht teurer geworden…

Eigentlich sollte ich jetzt in einem Flugzeug sitzen und auf dem Weg nach Sri Lanka in meinem vorgezogenen Sommerurlaub sein. Diese Pläne wurden zum ersten Mal durchkreuzt, als ich mir vor einigen Wochen die Schulter brach und in meiner wackeligen Genesung diese Reise zu riskant fand. Der zweite Strich durch diese Pläne machte mein Freund, mit dem wir verreisen wollten, aber seine Krebserkrankung nun doch schneller voranschreitet, das eine Fernreise nicht infrage kommen kann. Als wir alle eh schon mit dieser Reise abgeschlossen und längst storniert haben, bricht nun im Iran ein Krieg aus, das unser Flug nach Colombo über Doha nun endgültig annulliert wurden spätestens jetzt, hätte sich diese Reise für uns erledigt. Es scheint so, als wäre die Welt gleich mehrfach gegen diese Reise und hat es gleich dreifach versucht zu verhindern. Es ist natürlich schade, das ich nun nicht gesund auf dem Weg in mein Urlaubsort bin, aber ich werde den Gedanken des Widerstandes nicht los, der mir das Leben entgegen brachte. Gott soll immer einen Plan haben, nur versteht man ihn nicht immer sofort. Da ich in meinem Leben schon viele Schicksalsschläge oder Pechsträhnen später anders bewertet habe, als im Moment als sie passierten….vertraue ich auch hier einfach mal auf den Plan Gottes und nehme mich zurück, vielleicht verstehe ich diese Weiche im Leben ja noch zu Lebzeiten. Trotzdem bleibt es ein Tag in Gedanken, was wäre jetzt wenn…alles nach Plan gelaufen wurde.
Heute auf meinem Spaziergang gesehen..

Die warmen Tage machen es möglich und gut das ich heute nochmal auf einem kleinen Spaziergang war um diese ersten Blumen des Jahres zu erblicken.

..und gefühlter Frühling, aber dennoch kein guter Tag, denn die ganze Aktivität gestern lässt mich heute schlapp und angeschlagen fühlen. Das vier-Wöchige Liegen im Bett und Couch hat mich merklich abbauen lassen und der euphorische Schwung von gestern hat mir wohl alle Kräfte geraubt. Ich hoffe, das alles wird irgendwann eine Lehrreiche Zeit meiner Vergangenheit sein.

Das Wetter schreit danach, heute den Grill anzuschmeißen und das erste gegrillte des Jahres zu genießen. Leider bin ich durch meinen Arm immernoch mit einem Handycap versehen, aber das draußen sein tut mir gut.


Bei diesem anhaltenden Frühlingswetter zieht es einen doch gleich raus ins Sommerquartier. Nach dem langen Winter nun ein bisschen an der frischen Luft zu liegen, soll meine Genesung beschleunigen. Auf jeden Fall tut es der Seele gut.


Bin einfach schon zu lange krankgeschrieben um die Wartezeit meiner Genesung noch irgendwie sinnvoll nutzen zu können. Netflix und co nerven schon soweit, das ich schon wieder bei meinen ganz alten Urlaubsvideos angekommen . Eine Epoche nach der anderen wird so wiederbelebt um festzustellen, wie unfassbar lange das schon wieder alles her ist. Aber es ist ok, manchmal muss man zurück blicken um zu fühlen , wo man ist und wo es noch hingehen kann.

Man spürt schon die Kraft des Frühlings und es hält mich nicht mehr drinnen. Eine Stunde spazieren gehen, sollten Wunder für meine Genesung bewirken. Also heute mal bis zum Müggelsee und zurück, eine Wohltat für Körper und Seele.


Zurück an meiner Switch, geht es darum meine Hand wieder zu trainieren und in der Welt von Mario mal überhaupt weiter zu kommen als das zweite Level .

Ende Februar sieht es heute auf einmal stark nach dem ersten Frühlingstag aus. Passt heute gut, um nach meinem ersten Psysiotherapie Termin gleich einen schönen Spaziergang an diesem Tag mit anzuschließen.!schön, es wird Frühling , muss ich nur noch gesund werden um die Zeit richtig genießen zu können.

Nachdem ich nun Wochen fast nur gelegen habe, nun wieder ein Schritt zurück ins Leben. Jeden Tag ein wenig spazieren gehen..es ist unfassbar, wie stark der Körper in mir drei Wochen abbaut.

Nach drei Wochen mal wieder im Spiel. Meine Hand endlich auf dem Weg der Besserung ..

Auf den Tag genau seit drei Wochen beschützt und beengt mich diese Orthese gleichermaßen. Heute , zwei Wochen nach meiner OP, kam nach dem Kontrollröntgen das ok, das ich dieses Mittel zumindest tagsüber in der Wohnung weglassen darf . So versuche ich gerade mich mit diesem neuen Gefühl von Freiheit und Zerbrechlichkeit zu gewöhnen.
Es hilft nicht nur bei Erkältung, hoffe ich..

Zufalls-Trigger und schon bin ich wieder mitten in den 90ern, einen ganzen Nachmittag lang.

Schöne Idee zum Abendbrot ..

Weiß gar nicht mehr , wann ich das letzte Mal das Karnevals-Treiben zu Hause vor dem heimischen Fernseher verfolgen konnte…

Körperlich gesehen, bin ich wohl mitten in der Heilungsphase meines Bruches und es geht jeden Tag ein Schritt voran. Psychisch stecke ich noch 23 Stunden am Tag in dieser fixierenden Orthese, damit mein linker Arm keine ungeplanten Bewegungen macht, vor allem Nachts. Das ist ein Problem. Denn ich schlafe mit T-Shirt und fest anliegender Orthese, auf nur einer Position, die schlafen erst möglich macht und wache genauso auf. Keine Freiheit im Schlaf in dem man sich öfters mal so umlegt wie es gerade bequem ist. Nach Bequem geht’s gerade nicht, nur um irgendwie wieder eine Etappe Schlaf zu bekommen. Und viele dieser Schlafetappen unterbricht dieses sehr beengende und Klaustrophobisches Gefühl einer eng sitzenden Orthese, deren Spannung man bei jedem tiefen Atemzug spürt und was das Aufwachen zu einer kleinen Krise macht. Man will dieses „gefangensein“ nur noch loswerden und man spürt die eigene Ungeduld der Genesung. Gesund zu werden ist nicht mehr nur eine rein körperliche Geduldsprobe ..
Die erste Woche nach meiner OP ist vergangen und mit der Genesung steigt sich die innere Ungeduld . Das eingesperrt sein durch die Orthese, der schmerzliche Druck , der mich nachts nicht schlafen lässt. Könnte ich jetzt die Zeit auf Gesund vorstellen, würde ich es wohl tun. Der Fakt des Lebens, das dies nicht geht, zeigt mir, das diese Zeit wahrscheinlich eine wichtige, wenn auch schmerzvolle Lektion für mich bereit hat.
Eine Woche nach der OP scheint mein Körper immer aggressiver an den kaputten Stellen zu arbeiten. So weckt mich schon die zweite Nacht ein drückender Schmerz, der ausgerechnet die tauben Stellen von Unterarm und Hand befällt. Bahnen sich die Nerven den Weg zurück , scheint das nicht ohne Nervenfunkfeuer ans Gehirrn zu gehen, was das ein mittleren Schmerz verursacht und mich doch wieder zu härteren Mitteln greifen lässt. Genesung ist keine Autobahn, sie ist ein Schotterweg.

Eine Mischung aus Schutz und Gefängnis, so fühlt es sich an mit diesem Zusatz an meinem Körper.

Die ersten 100 Stunden der Genesung nach meiner Schulteroperation sind geschafft. Ich kann behaupten das es mir heute schon deutlich besser geht als gestern, als ich frisch aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Besonders psychisch geht’s bergauf und wahrscheinlich deswegen auch ein kleines bisschen körperlich. Habe ich mich vor zwei Tagen noch aus einer liegenden Position hochstemmen müssen und war nach dem kurzen Gang auf die Toilette komplett erschöpft , habe ich heute schon mehr Energien zur Verfügung.